Wie Du nie wieder im Leben einen Fehler machst

Wie Du nie wieder im Leben einen Fehler machst

Ich fange diesen Artikel jetzt zum dritten Mal an.

Warum?

Weil mir die ersten beiden Versionen nicht gefallen haben. Der Einstieg war nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Es wirkte irgendwie nicht rund.

Die ersten beiden Versuche waren also Fehlversuche. Und genau darum geht es auch in diesem Artikel. Um Fehlversuche und Fehler in unserem Leben.

Und darum, wie du nie wieder einen Fehler in deinem Leben machst.

Was ist überhaupt ein Fehler?

Lass uns zuerst einmal überlegen, was ein Fehler überhaupt ist.

Einen Hinweis darauf gibt uns schon das Wort selbst: In „Fehler“ steckt das Wort „fehlen“. Etwas fehlt, man verfehlt sein Ziel.

Wenn ich einen Fehler mache, fehlt also etwas am Ergebnis meiner Handlung.

Und das bedeutet, ich brauche etwas, mit dem ich mein Ergebnis vergleichen kann. Damit ich feststellen kann, ob etwas fehlt oder nicht.

Wir brauchen so etwas wie eine Norm. Das, was wir eigentlich erreichen wollen. Unser Ziel.

Und dann vergleichen wir das, was wir gemacht haben mit dieser Norm.

Weichen beide voneinander ab, sagen wir, wir haben einen Fehler gemacht.

Eigentlich ja auch logisch.

(Bild: Devider Turtle)Wir kennen dieses grundsätzliche Vorgehen ja alle auch zu genüge aus der Schule:

Ein Rechtschreibfehler bedeutet, dass unser Wort von der Norm abweicht. Die Norm ist in diesem Fall der Duden, der uns sagt, wie ein Wort richtig geschrieben werden muss.

Ein Rechenfehler bedeutet, dass unser Ergebnis vom richtigen Endergebnis abweicht. Die Norm sind in diesem Fall die Rechenregeln der Mathematik, die das richtige Ergebnis festlegen.

Und genauso funktioniert das auch, wenn wir einen Fehler in unserem Leben machen.

Wir vergleichen das Resultat unserer Handlungen, Entscheidungen usw. mit dem Ziel, das wir damit ursprünglich verbunden hatten.

Weichen beide voneinander ab, sagen wir, wir haben einen Fehler gemacht.

Wer legt eigentlich die „Norm“ fest?

Aber wer bestimmt eigentlich die Norm, die ja letztendlich darüber entscheidet, ob wir einen Fehler machen?

Im Falle der Rechtschreibung ist das besagter Duden. Warum? Weil sich irgendwann einmal kluge Menschen zusammengesetzt haben und entschieden haben, dass der Duden die Norm sein soll.

Richtige Rechtschreibung beruht also letztlich auf einer willkürlichen Entscheidung daüber, was richtig und was falsch sein soll.

Und am Besipiel des Dudens kann man auch sehr schön erkennen, dass sich solche Entscheidungen darüber, was richtig und was falsch ist, im Laufe der Zeit auch verändern dürfen.

Genau das ist ja im Zuge der Rechtschreibreform passiert. Und genau so ist das auch in unserem Leben.

Aus Sicht der Schildkröte sind WIR es, die die Norm dafür festlegen, was in unserem Leben richtig oder falsch sein soll.

Wir alleine legen fest, welche Norm für uns gelten soll. Welchen Maßstab wir anlegen wollen.

„Die Welt ist, was wir denken, das sie ist.“ (Ike). Also ist auch unsere Norm das, was wir denken, das sie ist.

Und „alle Macht und Kraft kommt von innen“ (Mana). Wir haben daher die Macht, zu entscheiden, welche Norm wir akzeptieren.

Und wenn wir entscheiden, was die Norm, was unser Ziel ist, entscheiden wir damit auch, ob und wann wir einen Fehler machen.

(Bild: Devider Turtle)Ok, etwas konkreter bitte.

Stell dir vor, du musst eine wichtige Entscheidung treffen.

Sagen wir, du stehst vor der Entscheidung den Arbeitsplatz zu wechseln oder an deinem bisherigen Arbeitsplatz zu bleiben.

Die Firma hat dir eine Position in der Niederlassung in einer anderen Stadt angeboten.

Sollst du das Angebot annehmen oder lieber an deinem gewohnten, sicheren Arbeitplatz bleiben?

(Bild: Turtle)Beides hat Vor- und Nachteile.

Normalerweise macht uns so eine Situation nervös, denn wir könnten ja die falsche Entscheidung treffen. Also einen Fehler machen.

Häufig schieben wir die Entscheidung so lange auf, bis sich die Sache von alleine erledigt hat. Aber damit geben wir die Verantwortung über diese Entscheidung an jemand anderen ab.

Oder wir schieben die Entscheidung so lange wie möglich auf und müssen dann am Ende sehr schnell und unter Druck eine Entscheidung treffen.

Was uns häufig lähmt ist die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen. Also einen Fehler zu machen.

Wir machen ständig Fehler

Die Angst, Fehler zu machen, ist aber eigentlich völlig unbegründet.

Vermutlich fährst Du hin und wieder mit dem Auto. Oder aber mit dem Fahrrad. Was den meisten von uns nicht bewusst ist, ist, dass wir dabei die meiste Zeit gar nicht in Richtung unseres eigentlichen Ziels fahren.

Wir fahren nicht auf einer geraden Linie von A nach B, sondern eher in Schlangenlinien.

Wenn wir das, was wir tagtäglich beim Auto- oder Fahrradfahren machen, auf unser Leben übertragen, können wir erkennen, dass Fehler zu machen nichts Schlimmes ist. Entscheidend ist, wie schnell wir sie wieder korrigieren.

Wir kommen ein bisschen nach rechts von der Idealinie ab. Und korrigieren unsere Richtung sofort durch eine kleine Gegenbewegung am Lenkrad.

Dann kommen wir ein klein wenig nach links von der Ideallinie ab und korrigieren auch das sofort wieder.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mich als Kind immer gefragt habe, warum mein Vater beim Autofahren immer das Lenkrad hin und her bewegt hat.

Jetzt weiß ich´s: Um die vielen kleinen Fehler zu korrigieren. Und genau das können wir auf unser Leben übertragen.

Es kommt im Leben nicht darauf an, ob wir Fehler machen oder nicht. Ob wir eine falsche Entscheidung treffen oder nicht. Entscheidend ist, wie schnell wir einen Fehler wieder korrigieren.

Wir dürfen uns jederzeit umentscheiden

Menschen treffen in jeder Situation die ihnen bestmögliche Entscheidung, ist eine der Vorannahmen des NLP.

Es kann sein, dass diese Entscheidung sich im Nachhinein als nicht günstig herausstellt, um mein Ziel zu erreichen.

Aber dann korrigiere ich diese Entscheidung einfach und mache weiter. Denn Menschen können niemals versagen, nur die von ihnen gewählten Methoden können versagen.

Das ist eine weitere Vorannahme des NLP.

Wenn wir eine Entscheidung treffen, heißt das also nicht, dass diese „in Stein gemeisselt ist“. Wir dürfen uns jederzeit umentscheiden!

(Bild: Devider Turtle)Wir sehen Entscheidungen häufig wie eine Weggabelung. Wenn wir den falschen Weg nehmen, sind wir hoffnungslos verloren.

Kein sehr günstiges Bild. Weil es uns lähmt.

Von Serge Kahili King stammt folgendes Bild, dass ich sehr viel angenehmer finde:

Wenn wir eine Entscheidung treffen, ist das, als ob wir mit einem Schiff lossegeln.

Genauso entscheidend wie das Ankerlichten und das Lossegeln sind die vielen kleinen weiteren Entscheidungen, die wir im Laufe der Fahrt treffen.

Ob wir die Großsegel setzen oder lieber nicht. Ob wir das Ruder leicht nach steuerboard oder nach backboard drehen.

Viel wichtiger als das Treffen einer Entscheidung ist, wie wir weitermachen, nachdem wir unsere Entscheidung getroffen haben.

Wir beobachten den Wind und passen uns und unser Schiff immer wieder den aktuellen Verhältnissen an.

Wenn wir so durchs Leben segeln, brauchen wir keine Angst vor Entscheidungen zu haben!

 

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Ein ganz konkretes Beispiel dazu:

Ein ehemaliger Mitschüler von mir hatte sich damals entschieden, in seinem Studium die Uni zu wechseln. Er hat sich gedacht, er müsste einfach mal etwas Neues sehen.

Ein Riesenaufwand: Exmatrikulation, Immatrikulation, Wohnungssuche, Umzug. Das ganze Programm.

Nach drei Wochen an der neuen Uni hat er gemerkt, dass er sich das Ganze anders vorgestellt hatte (Norm!).

Weißt du, was er gemacht hat?

Er ist im nächsten Semester einfach wieder zurück an seine alte Uni gegangen! Und ist dort glücklich geworden.

Das heißt übrigens nicht, dass wir beim kleinsten Widerstand aufgeben sollen. Das heißt nur, dass wir uns von Zeit zu Zeit fragen sollten, ob wir weiterhin „auf Kurs“ sind.

Und falls das nicht (mehr) der Fall sein sollte, dürfen und sollten wir unsere Ausrichtung anpassen.

(Bild: Devider Turtle)Es gibt allerdings eine Möglichkeit, wie wir tatsächlich nie wieder in unserem Leben einen Fehler machen.

Der Schlüssel dazu liegt in der Norm, für die wir uns entscheiden.

Denn Du erinnerst Dich, wenn die Ergebnisse unseres Handels von unserer Norm abweichen, sagen wir, dass wir einen Fehler gemacht haben.

Der entscheidende Perspektivwechsel

Wir legen fest, was unsere Norm ist, was unser Ziel ist. Und deshalb entscheiden wir, ob und wann wir einen Fehler machen.

Angenommen, ich nehme den Job in der anderen Stadt an und ziehe in diese neue Stadt um. Nach drei Monaten stelle ich fest, dass ich mit den Kollegen nicht zurecht komme.

Habe ich jetzt einen Fehler gemacht?

Wenn meine Norm ist,  dass ich mit allen Kollegen unter allen Umständen und  zu allen Zeiten gut zurecht kommen will, dann vermutlich ja.

Aber ich könnte meine Norm auch anders definieren:

Die Probleme mit meinen Kollegen bringen mir vielleicht genau die Erfahrung in Menschenführung, die ich ein halbes Jahr später für meine Position als Projektleiter benötige.

Oder der Umzug in die neue Stadt hält mich jung, weil mein Geist gezwungen wurde, sich auf eine neue Situation einzustellen.

Oder ich lerne im Sportstudio in der neuen Stadt genau die Frau / den Mann kennen, die/der mein Leben noch tiefer macht.

Oder oder oder…

Ob etwas richtig oder falsch ist, entscheiden wir.

Und in jeder Situation können wir etwas finden, was eine Entscheidung zu einer richtigen Entscheidung für uns macht.

Denn an jeder Situation gibt es positive Aspekte, auf die wir unsere Aufmerksamkeit richten können (Makia).

Die ultimative „Killer-Norm“

Unsere Norm, unser Ziel ist der Knackpunkt, wenn es um richtig oder falsch geht. Wenn es darum geht, ob wir Fehler machen.

Wenn unser Ziel ist, dass wir dazulernen wollen, können wir niemals einen Fehler machen!

Haben wir nämlich nach einer Entscheidung das Gefühl, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, müssen wir etwas dazugelernt haben.

Sonst hätten wir dieses Gefühl ja gar nicht.

Und damit war die Entscheidung wieder richtig, denn sie hat unserem Ziel geholfen, etwas dazulernen zu wollen 😀.

In der Sichtweise der Schildkröte können wir gar keine Fehler machen.

Wir entscheiden uns in jedem Moment unseres Lebens automatisch immer nach bestem Wissen und Gewissen.

Klar, es kann sein, dass eine Entscheidung im Nachhinein nicht dazu geführt hat, was wir uns erhofft haben.

Aber das können wir nur deshalb wissen, weil wir etwas dazugelernt haben.

„Hinterher ist man immer klüger“, weiß der Volksmund.

Und hat Recht damit.

(Bild: Devider Turtle)Zurück zu meinen beiden Fehlversuchen zu diesem Artikel.

Es waren nämlich eigentlich keine Fehlversuche, denn die ersten beiden Versionen dieses Artikels haben mich dazu geführt, den Artikel so zu schreiben, wie ich es jetzt gemacht habe.

Ich habe etwas dazugelernt und damit meine „Killer-Norm“ erreicht 😀.

Bleib' inspiriert!

Aloha,

sign

Was denkst Du über Fehler? Ärgerst Du Dich über Deine Fehler oder hindert die Angst vor Fehlern Dich sogar daran, Dinge auszuprobieren? Schreibe mir einen Kommentar, das kann kein Fehler sein 😉!


Und das gibt´s im nächsten Artikel:

Ich zeige Dir die erste von insgesamt drei Glücksregeln des Wegs der Schildkröte. Alle drei Regeln stammen aus der Huna-Philosophie, wo sie als die Essenz der gesamten Lehre des Huna gelten. Alle drei Regeln sollen uns dabei unterstützen, unser Denken so auszurichten, dass wir glücklich und zufrieden leben können. Die restlichen beiden Glücksregeln wird es dann in unregelmäßigen Abständen in weiteren Artikeln geben.


P.S.
In den verschiedenen Blogartikeln geht's immer wieder auch um die verschiedenen Aspekte dieser 7 Prinzipien. Und ich zeige Dir Methoden aus dem Huna und aus dem NLP, mit denen Du die 7 Prinzipien in Deinen Alltag integrieren kannst.

So bekommst Du nach und nach einen guten Überblick über die Happy-Turtle-Philosophie und den Weg der Schildkröte und kannst anhand eigener Erfahrungen entscheiden, was Du für Dich mitnehmen willst und was nicht.

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Kommentarbereich

  1. Hi Carsten,
    gefällt mir sehr gut, dein Artikel! Bin auf jeden Fall Teil der Zielgruppe… mache oft Fehler, bereue meine Fehler, scheue mich vor Fehlern – und kann rückblickend nur zustimmen…die wenigsten Fehler sind wirklich Fehler. Der wirkliche Fehler ist die einengende Weltanschauung die man sich aus verschiedenen Gründen auferlegt….da liegt der Schlüssel zu mehr (Entscheidungs-) Freiheit. Liebe Grüße Sabine

    • Carsten (happyturtle.de) 14. November 2017 at 20:55 · · Antworten

      Hallo liebe Sabine!
      Vielen Dank für Dein Feedback und Deine Erfahrungen. Ich glaube, wir sind wohl alle mit diesem Thema irgendwie unterwegs. Umso wichtiger ist es, sich hin und wieder auch einmal klarzumachen, dass man die Dinge auch anders betrachten kann. Mir kommt dazu gerade die schöne Geschichte vom chinesischen Bauern in den Sinn. Eigentlich geht es in der Geschichte ja um Glück und Pech im Leben, aber ich glaube, man kann sie auch ganz gut auf das Thema Fehler machen übertragen.
      Liebe Grüße,
      Carsten

  2. Hallo Carsten,
    großartig!
    Dein Artikel war super befreiend, und ich kann dir nur zustimmen. Dieses Bewusstsein sollten wir haben!
    Ich finde allerdings, mein Leben betrachtend, dass man schon „Fehler“ machen kann. Im Sinne von: es wäre einfacher gegangen. Das passiert mit nur, wenn ich nicht richtig bei mir bin. Solange ich im Kontakt mit meinem Inneren bin, bekomme ich klare Botschaften von meiner inneren Stimme, oder Intuition, wie auch immer man das nennen mag. Ansonten: du kannst nur gewinnen oder lernen. (-;

    • Carsten (happyturtle.de) 25. November 2017 at 22:27 · · Antworten

      Vielen Dank für Dein Feedback, lieber Andreas! Es freut mich, dass der Artikel auf Dich befreiend gewirkt hat. Ich gebe Dir natürlich Recht, klar kann man Fehler machen. Aber diese Einschätzung treffen wir ja immer erst im Nachhinein. Dann können wie sagen, dass es auch einfacher gegangen wäre oder das wir etwas vielleicht besser gar nicht gemacht hätten. Solche Situationen habe ich natürlich auch schon oft genug erlebt. Und dann ist es in der Tat befreiend, wenn man sich klar macht, dass man keinen Fehler gemacht hat, sondern aufgrund der Lernerfahrung jetzt Dinge anders sieht als davor. Dass man sich also weiterentwickelt hat. Eigentlich müsste es also heißen, man kann keine Fehler machen, man kann nur Fehler gemacht haben 🙂 .

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